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Sie wollen Ihr Kind taufen lassen?

Sie freuen sich über die Geburt Ihres Kindes. Wahrscheinlich haben Sie aber auch gemerkt, dass sich der ganze Lebensrhythmus wandelt. Und auch, wenn es nicht das erste Kind ist, immer wird durch die Geburt eines Kindes die Familie verändert. Sie wird reicher.

Irgendwann taucht vielleicht die Frage auf: „Sollen wir unser Kind nicht bald taufen lassen?" Dann sind Sie bei Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer an der richtigen Adresse.

Es gibt allerdings schon einige Fragen, die Sie vorab klären können:

  • Wann kann die Taufe sein?
  • Wie läuft sie ab?
  • Welche Unterlagen brauche ich?
  • Wie ist das mit Paten?
  • Taufkleid? Wer hält das Kind? Fotos?
  • Was ist, wenn das Kind schon älter ist?

Wann kann die Taufe sein?

Der erste Schritt wird sein, dass Sie Ihren Pfarreranrufen. Tun Sie das bitte möglichst bald, mindestens 4-6 Wochen vor dem gewünschten Tauftermin. Dabei erfahren Sie auch schon, wann die Taufe sein kann.

Bei uns in Neuenhaßlau und Gondsroth wird die Taufe im Sonntagsgottesdienst gefeiert. Dazu bieten wir etwa einmal im Monat einen Taufsonntag an. Die Termine werden im „Kirche im Dorf" veröffentlicht.

Alles Weitere wird dann in einem Taufgespräch besprochen und geklärt, zu dem die Pfarrerin oder der Pfarrer zu Ihnen nach Hause kommt.

Sie werden dann gebeten, einen Taufspruch auszuwählen (Vorschläge dazu im Anhang). Dies ist ein Bibelvers, der als Segenswunsch Ihr Kind ein Leben lang begleiten möge. Meistens dient er auch als Grundlage der Taufansprache.

Näheres zur Bedeutung der christlichen Taufe finden Sie in einem eigenen Artikel "Wasser tut es freilich nicht" im Anhang..

Wie läuft sie ab?

Die Tauffeier ist ein Teil des sonntäglichen Gottesdienstes der Gemeinde. Nach der Begrüßung, dem Eingangslied und dem Psalm

  • beginnt der Taufteil mit einer kleinen Ansprache (meist über den Taufspruch).
  • Es folgt das Taufevangelium (Matthäus 28, 16-20)  als Schriftlesung.
  • Die Frage an Eltern und Paten:
    „Liebe Eltern und Paten! Sie wollen dass Ihr Kind getauft wird. Damit übernehmen Sie die Aufgabe, Ihr Kind im christlichen Glauben zu erziehen und ihm durch Wort und Beispiel zu helfen, Gott und die Menschen zu lieben. So frage ich Sie: Sind Sie dazu bereit?" Eltern und Paten antworten: „Ja, mit Gottes Hilfe".
  • Daran schließt sich das gemeinsam gesprochene Glaubensbekenntnis an, gewissermaßen als Antwort auf die Frage und als Bekräftigung des Glaubens.
  • Die eigentliche Taufe geschieht am Taufstein. Der Kopf des Täuflings wird dreimal mit (warmen!) Wasser benetzt. Dabei wird der Name des Täuflings genannt und der Name des dreieinigen Gottes. Gott und der Täufling werden so miteinander verbunden. Zum Schluss erhält der Täufling einen Segen.
  • Der Taufteil endet mit einem Segenswunsch auch für die Eltern, die Paten und die Gemeinde (denn sie erhält ja ein neues Mitglied!).

Dies dauert bis dahin etwa 20 Minuten. Danach geht der Gottesdienst seinen gewohnten Gang. Sie haben die Möglichkeit, entspannt daran teilzunehmen.

Welche Unterlagen brauche ich?

Wenn Sie Ihr Kind in der Gemeinde taufen lassen, zu der Sie gehören, brauchen Sie außer der standesamtlichen Geburtsbescheinigung keine weiteren Unterlagen.

Wenn die Taufe woanders stattfinden soll, müssen Sie zu Ihrem zuständigen Pfarramt (da, wo Sie polizeilich gemeldet sind) und eine Erlaubnis holen. Das ist eine reine Formsache und heiß Dimissoriale.

Sollten ein oder gar beide Elternteile nicht der evangelischen Kirche angehören, so ist dies kein prinzipieller Hindernisgrund für eine evangelische Taufe. Jedoch müssen Sie der Pfarrerin/dem Pfarrer plausibel erklären können, warum Sie eine evangelische Taufe wünschen.

Wie ist das mit Paten?

Der oder die Paten  haben zum Täufling eine besondere Beziehung. So sollte es jedenfalls sein. Paten unterstützen die Eltern in der Erziehung der Kinder und übernehmen ebenso wie die Eltern stellvertretend das Leben im christlichen Glauben, das heißt sie leben ihm beispielhaft vor, was christliches Leben bedeuten kann.
Dazu müssen die Paten einer christlichen Kirche angehören, also getauft und konfirmiert (bzw. gefirmt) und nicht ausgetreten sein. Dies wird in einem Patenschein beurkundet, den das für den Paten zuständige Pfarramt ausstellt. Den Patenschein müssen Sie bei der Taufanmeldung vorlegen, falls die Paten von außerhalb kommen.

Es wäre schön, wenn auch die Paten evangelisch sind. Zwingend ist das jedoch nicht.

Übrigens gibt es keine fest vorgeschriebene Zahl von Paten. Es können durchaus zwei oder auch mehr sein.

Taufkleid? Wer hält das Kind? Fotos?

Normalerweise ist es üblich, dass Täuflinge bei der Taufe ein Taufkleid anhaben. Es ist weiß, denn diese weiße Farbe symbolisiert Reinheit.

Wer hält das Kind? Üblich ist es, dass der Pate oder die Patin das Kind bei der eigentlichen Taufe über den Taufstein hält.

Das Fotografieren im Gottesdienst ist in unserem Kirchen nicht erwünscht/gestattet.
Weil es in aller Regel stört, wenn die Kameras blitzen oder wenn jemand hinter der Tauffamilie um den Taufstein herumläuft, um alles ins Bild zu bekommen, haben die Kirchenvorstände das per Beschluss festgelegt. Das Filmen von den Emporen ist allerdings gestattet. Doch bedenken Sie: Den Geist und die Stimmung dieses intensiven und heiligen Moments "Taufe" kann man ohnehin nicht auf Fotomaterial bannen. Er bleibt in den Herzen der Beteiligten.

Für ein Erinnerungsfoto stehen Ihnen Pfarrerin oder Pfarrer nach dem Gottesdienst jedoch gerne zur Verfügung.

Was ist, wenn das Kind schon älter ist?

Sollte Ihr Kind schon älter sein, so hat es die einmalige Chance, dass es seine Taufe bewusst miterlebt und sich später daran erinnern kann.
Vielleicht hatten Sie ja überlegt, dass Ihr Kind selbst über seinen Glauben entscheiden soll.
Damit stehen Sie in einer breiten christlichen Tradition. Viele Kirchen lehnen die Kindertaufe ab, weil der zur Taufe nötige Glaube erst von Erwachsenen gedanklich erfasst und bekannt werden kann.
Ansonsten gilt alles genauso wie bei der Taufe eines Säuglings. Sollte Ihr Kind allerdings schon dem Konfirmandenalter nahe sein, so überlegen Sie doch, ob es nicht im Zusammenhang mit der Konfirmandenzeit getauft werden soll.

Sollte es bei Ihrem Wunsch zu taufen nicht um Ihr Kind, sondern um Sie selbst gehen, dann ist das eine Erwachsenentaufe. Das läuft ein wenig anders ab. Hinweise dazu finden Sie unter dem Thema Kircheneintritt.

© M. Ebersohn

Kontakt

Evangelische Kirchengemeinde
Neuenhaßlau-Gondsroth
Pfarrer Ulrich Briesewitz
Hasselbachstr. 9
63594 Hasselroth
Tel. 06055/2313

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